Fragen und Antworten

Was ist ein Nationalpark?

Natur Natur sein lassen! - Das ist das Motto unter dem weltweit alle Nationalparke stehen. Die Natur wird also sich selbst überlassen, wirtschaftlich nicht genutzt und so geschützt.
Nach internationalem Standard sollen Nationalparke große, naturnahe, nicht zerschnittene Gebiete von besonderer Schönheit sein. Die Tier- und Pflanzenwelt darf sich so entwickeln, wie es den Regeln der Natur entspricht. Der Mensch lernt durch eigene Anschauung die Dynamik echter Wildnis kennen. Mit der Umsetzung dieses Wildnis-Leitbildes auf mindestens 75 % seiner Fläche erreicht ein solches Schutzgebiet seine internationale Anerkennung als Nationalpark.
Zu den international verankerten Zielen eines Nationalparks gehören weiterhin die Umweltbildung und die stille Erholung. Auch die wissenschaftliche Forschung und deren Dokumentation sind wesentliches Ziel.


Warum schützt man einen Buchenwald?

Die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist nur in Europa zu Hause. Buchenwälder wurden in den letzten Jahrhunderten auf nur noch 10 % ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes zurückgedrängt. Buchenurwälder gibt es nur noch auf wenigen 1.000 ha in Osteuropa. Hier im Kellerwald wird also ein unersetzliches Naturerbe vorausschauend und verantwortungsvoll für die nachfolgenden Generationen sichergestellt. Wegen seiner internationalen Bedeutung hat Hessen den Nationalpark Kellerwald-Edersee für die Liste des Weltnaturerbes der UNESCO angemeldet.


Was macht die Nationalparkwacht?

Ein Ranger der Nationalparkwacht ist besonders für seine Aufgabe geschult. Er ist mit der Natur vertraut und weiß daher besonders viel über Tiere, Pflanzen und die verschiedenen Lebensräume im Nationalpark. Er kann daher Ihre Fragen kompetent beantworten.
Die Ranger organisieren und leiten geführte Wanderungen für Gruppen und Schulklassen durch den Nationalpark. Sie geben Auskunft in den Nationalpark-Informationszentren. Die Ranger vertreten außerdem die Schutzinteressen des Nationalparks und helfen Ihnen mit Informationen bei der Einhaltung der Nationalparkverordnung. Bei Unfällen leistet die Nationalparkwacht Erste Hilfe.
Die Nationalparkwacht baut auch Wege und Informationseinrichtungen. Sie pflegt die Wiesen und kulturhistorischen Stätten im Nationalpark. In den nächsten Jahren wird sie noch - zur Förderung des Buchenwaldes - Nadelholz nach Vorgabe des Nationalparkplans einschlagen.


Was darf ich im Nationalpark tun?

Sie dürfen wandern, sich erholen, malen, fotografieren, faulenzen, Tiere beobachten, Wald erleben, staunen, fragen, Waldluft atmen, allein mit der Natur sein, nachdenken, ihre Eindrücke weitergeben, den Sommer spüren...
Nutzen Sie den Nationalpark in diesem Sinne, dann freut sich die Natur und ihr Aufenthalt im Nationalpark wird zu einem unvergleichlichen Erlebnis!


Darf mein Hund frei laufen?

Jeder noch so liebe und brave Hund wirkt auf Wildschwein, Reh, Hirsch und Co. wie ein echtes Raubtier, von dem große Gefahr ausgeht. Freilaufende Hunde sind daher immer ein besonders großer Störfaktor für das Wild. Daher die dringliche Bitte: Hunde im Nationalpark immer anleinen! So steht es auch in der Nationalpark-Verordnung.


Darf ich die Wege im Nationalpark verlassen?

Die Nationalparkverordnung macht dazu eine eindeutige Aussage! "Der Nationalpark darf ausschließlich auf den jeweils dafür besonders gekennzeichneten Wegen auf eigene Gefahr betreten werden." Auch Reiten und Radfahren ist nur auf extra dafür gekennzeichneten Wegen erlaubt.
Viele interessante Dinge gibt es aber nur abseits der Wege zu sehen. Deshalb gibt es abhängig von den Jahrszeiten, zu besonderen Themen, von Rangern geführte "Wildnis-Wanderungen". Fragen Sie nach diesen Führungen im Nationalparkamt oder entnehmen Sie die Termine aus dem Veranstaltungskalender.