Chronik

Die wichtigen Ereignisse im Überblick:

1991

Pro Nationalpark legt für den "Kellerwald" ein "Konzept zur Verwirklichung eines Laubwald-Nationalparks im Landkreis Waldeck-Frankenberg (Nordhessen)" vor. Die Kreisverbände von HGON und NABU lehnen das Konzept ab und fordern stattdessen ein Biosphärenreservat.

1992

Der Verein "Pro Nationalpark" wird gegründet. Zweck des Vereins ist es "die Idee zur Realisierung eines Nationalparks im Naturraum Kellerwald voranzutreiben".

1998

Das Land Hessen meldet den "Kellerwald" in der Größe von 5.724 Hektar für NATURA 2000 (FFH-Gebiet) an. Auf eine forstwirtschaftliche Nutzung soll verzichtet werden.

2004

1. Januar 2004: die Geburtsstunde des Nationalparks. Die "Verordnung über den Nationalpark Kellerwald-Edersee" tritt in Kraft.

2005

Am 22. Januar wird "Pro Nationalpark Kellerwald e.V." in den "Förderverein für den Nationalpark Kellerwald-Edersee e.V." umgewandelt.



Der lange Weg zum Nationalpark

1986

Der BUND Landesverband Hessen stellt am 6. Juni einen "Nationalparkvorschlag für Hessen" vor. Favorisiert wird ein Gebiet im Rothaargebirge. Am 21. August sprechen sich alle Fraktionen des Landtags für die Einrichtung eines Nationalparks aus. Am 24. November beschließt der Landtag die Einrichtung eines Nationalparks in Hessen.


1987

Am 2. Februar beantragen die neuen Regierungsfraktionen CDU und FDP: "Die Planung zur Einrichtung eines Buchenwald-Nationalparks in Hessen werden nicht weiter verfolgt." Am 21. November setzt sich Norbert Panek in der Frankenberger Zeitung (später Vorsitzender von "Pro Nationalpark Kellerwald") für einen Nationalpark im Kellerwald ein.


1989

In der Zeitschrift "Natur und Landschaft" Heft 7/8 erscheint ein Artikel von Norbert Panek: "Ein Laubwald-Nationalpark in Nordhessen".


1990

Die Initiative "Pro Nationalpark" gründet sich und erarbeitet ein Konzept für einen Nationalpark für das Gebiet südlich des Edersees, das überwiegend aus dem "Waldschutzgebiet Gatter Edersee" besteht.


1991

Pro Nationalpark legt für den "Kellerwald" ein "Konzept zur Verwirklichung eines Laubwald-Nationalparks im Landkreis Waldeck-Frankenberg (Nordhessen)" vor. Die Kreisverbände von HGON und NABU lehnen das Konzept ab und fordern stattdessen ein Biosphärenreservat.


1992

Nationalpark im Kellerwald kontrovers diskutiert

Mit freundlicher Genehmigung der Waldeckischen Landeszeitung

Der Verein "Pro Nationalpark" wird gegründet. Zweck des Vereins ist es "die Idee zur Realisierung eines Nationalparks im Naturraum Kellerwald voranzutreiben". Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) bestätigt die Eignung des Gebietes für einen Nationalpark. Der zuständige Minister Jörg Jordan sieht in der laufenden Legislaturperiode keine Chance auf Verwirklichung.

Diskussion um "Biosphärenpark" oder "Nationalpark"

Mit freundlicher Genehmigung der Waldeckischen Landeszeitung

1993

Unter Federführung des BUND unterstützen erstmals alle hessischen Naturschutzverbände die Idee des Nationalparks. Minister Jordan (SPD) versendet im September an die Kommunen der Region einen Diskussionsleitfaden und bittet um Stellungnahme.


1994

Minister Jordan erklärt: "Es wird keine Entscheidung fallen, die nicht von einem wesentlichen Teil der Region gewollt und getragen wird. Im März gründet sich der Verein "Bürger gegen den Nationalpark".


1995

In den Koalitionsverhandlungen von SPD und Grünen wird festgehalten: "In der Region Kellerwald sollen im Staatswald größere Flächen aus der Nutzung genommen werden." Über den Nationalpark soll entschieden werden, "wenn die Diskussion in der Region abgeschlossen ist. Die Naturschutzverbände fordern die Aufstellung eines Entwurfes der Nationalparkverordnung, die die IUCN-Kriterien erfüllt. (IUCN = Internationale Naturschutzorganisation).


1997

Innenminister Bökel stellt im Januar die Eckpunkte der Nationalparkverordnung vor. Der Nationalpark wird auf das "Waldschutzgebiet Gatter Edersee" beschränkt. Am 12. Oktober stimmen in Bürgerentscheiden in Frankenau, Vöhl und Edertal knapp 70 % der Wähler gegen den Nationalpark. Jörg Hahn aus Harbshausen gründet die "Bewegung Nationalpark". Er finanziert eine breite Anzeigenkampagne in den Zeitungen der Region. Die Bewegung sammelt über 12.000 Unterschriften für den Nationalpark, die am 17. Dezember dem Kreistag in Korbach übergeben werden. 68 Wissenschaftler und Hochschullehrer aus ganz Deutschland fordern im "Korbacher Appell" die Einrichtung eines Nationalparks. Am 18. Dezember lehnt der Kreistag mehrheitlich die Einrichtung des Nationalparks "zum gegenwärtigen Zeitpunkt" ab.


1998

Pro Nationalpark Kellerwald fordert Minister Bökel auf, den "Kellerwald" südlich des Edersees umgehend für das Netzwerk NATURA 2000 der Europäischen Union anzumelden. Der NABU möchte das Gebiet als Naturschutzgebiet sicherstellen. Im März verfügt Minister Bökel:
  • Totalverbot für Laubholzeinschläge auf 1.672 Hektar
  • auf der übrigen Fläche ist die Entnahme von Buchen und Eichen aus über 120-jährigen Beständen untersagt.
Das Land Hessen meldet den "Kellerwald" in der Größe von 5.724 Hektar für NATURA 2000 (FFH-Gebiet) an. Minister Bökel kündigt die Einrichtung des Nationalparks Kellerwald nach der Landtagswahl 1999 an. Bürgermeister Grieneisen, Bad Wildungen initiiert "Konsensgespräche" zwischen Pro Nationalpark Kellerwald, Ortsvorstehern aus den angrenzenden Dörfern und Gegnern des Nationalparks.


1999

Am 26. Januar einigen sich die Teilnehmer der "Konsensgespräche" auf einen "Entwurf für eine Nationalparkverordnung" die Verabschiedung wird auf einen Termin nach der Landtagswahl im Februar verschoben. Die CDU gewinnt die Landtagswahl. Der neue Umweltminister Dietzel stellt ein Naturparkkonzept als Gegenentwurf für einen Nationalpark vor und will den Holzeinschlag auf dem Gebiet des Waldschutzgebietes wieder aufnehmen. Für den Naturpark will er 10 Millionen DM zur Verfügung stellen. Ein Aktionsbündnis "Rettet die Buchen im Kellerwald" wird gegründet. Alle deutschen Naturschutzverbände unterstützen das Bündnis. GREENPEACE wird bis 2004 vor Ort für den Nationalpark aktiv.

"Pro Nationalpark" gibt nicht auf

Mit freundlicher Genehmigung der Waldeckischen Landeszeitung

Alte Buchen sollen wieder fallen

Mit freundlicher Genehmigiung der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen

2000

Minister Dietzel veranlasst die Gründung eines "Beratergremiums für das Waldschutzgebiet". Karsten Wittern (Vorsitzender von Pro Nationalpark e.V.) entdeckt massiven Holzeinschlag in mehreren Laubholzbeständen über 120 Jahren. Medien in der gesamten Republik berichten über den Verstoß gegen das Europäische Naturschutzrecht.


2001

EU-Kommisarin Margot Wallström rügt in einem Schreiben an die Bundesregierung die Holzeinschläge im FFH-Gebiet "Kellerwald". Im August konstituiert sich der "Zweckverband für den Naturpark Kellerwald-Edersee".


2002

In der Bevölkerung ändert sich durch die Diskussion über die Ziele und Möglichkeiten des Naturparks Kellerwald-Edersee die bisher negative Einstellung zum Nationalpark. Die positive Ausstrahlung eines Nationalparks auf die gesamte Region rückt in den Focus der Diskussion.


2003

Schon vor der Landtagswahl im Februar deutet sich eine Meinungsänderung der Landesregierung an. Minister Dietzel erklärt im Januar: "Eine zeitliche Begrenzung des Einschlagstopps für Laubholz im Waldschutzgebiet ist nicht vorgesehen." Ministerpräsident Koch schreibt an Pro Nationalpark. Er will im Kellerwald "große ungenutzte Gebiete ausweisen, die eine natürliche Entwicklung ohne Einfluss menschlicher Wirtschaftsmethoden ermöglichen." Am 13. März stellt Bürgermeister Grieneisen, Bad Wildungen ein Konzept "Naturpark plus Nationalpark" vor. Das Regierungsprogramm der neuen Landesregierung legt fest: "Der Naturpark Kellerwald wird zum Nutzen der Region zu einem Nationalpark weiterentwickelt."
Am 16. Juni beschließt der Kreistag die Ausweisung des Nationalparks nachdem sich zuvor, bis auf Edertal, alle Anliegergemeinden für den Nationalpark ausgesprochen haben. Im Juli wird ein Aufbaustab für den Nationalpark installiert und eine Nationalpark-Verordnung vorbereitet. Am 17. Dezember 2003 verabschiedet der Hessische Landtag die Nationalpark-Verordnung.

Große Mehrheit will den Nationalpark

Mit freundlicher Genehmigiung der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen

2004

1. Januar 2004: die Geburtsstunde des Nationalparks. Die "Verordnung über den Nationalpark Kellerwald-Edersee" tritt in Kraft.

Endlich hat Hessen seinen Nationalpark

Mit freundlicher Genehmigung der Waldeckischen Landeszeitung

2005

Am 22. Januar wird "Pro Nationalpark Kellerwald e.V." in den "Förderverein für den Nationalpark Kellerwald-Edersee e.V." umgewandelt.

Verein will Begeisterung übertragen

Mit freundlicher Genehmigiung der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen

2006

Das Nationalparkamt ist seit dem 1. Januar offiziell zu erreichen unter:

Nationalparkamt Kellerwald-Edersee
34537 Bad Wildungen
Laustraße 8

Telefon 05621 75249-0

info@nationalpark-kellerwald-edersee.de
www.nationalpark-kellerwald-edersee.de